Auf der letzten Etappe meines Road Trips habe ich nicht so viel gemacht; stattdessen habe ich es eher Ruhig angehen lassen.
Alligator Creek
Mein erster Stop nach Airlie Beach war der Alligator Creek Nationalpark wo es anscheinend langsam anfing mit Krokodilen, aber ich habe hier keine gesehen. Ich hätte unterwegs eine Krokodilfarm besuchen können, aber ich habe bei meinem letzten Besuch in Australien bereits Salzwasser- und Frischwasserkrokodile gesehen, daher musste ich das nicht erzwingen.
Es ist hier zur Zeit Trockenzeit, daher transportierte der Fluss nicht sonderlich viel Wasser und hatte an vielen Stellen stehende Wasserpools in denen Algen wuchsen. Es gab allerdings 1,5m lange Aale.
Hier kam ein wenig Fango-Bach-Feeling auf.
Ein 6,6km langer “Wanderweg” - der Weg führte hauptsächlich über eine Wartungsstraße für die lokale Starkstromtrasse - führte zu den Alligator Falls. Für diesen Anblick hat sich der langweilige Weg und die Mücken auf dem Rückweg definitiv gelohnt!


Der Wasserfall floss diese schräge Steinwand hinunter, was nicht nur ziemlich geil aussah, sondern auch perfekt zum klettern und erkunden geeignet war.
Und was man beim Erkunden nicht alles findet. Das war die zweite NOPE!-Situation, seit meiner Ankunft in Australien, die erste war als ein Leech auf meinem Arm herumgekrabbelt ist. Das hier ist eine Nephila pilipes piscatorum. Sie ist nicht giftig, wie ich jetzt herausgefunden habe, aber trotzdem ziemlich respektabel. Diese hier sitzt in der Mitte ihres dreilagigen Netztes unter einem Boulder (dt. Felsbrocken) und hatte einen Maximaldurchmesser von ca. 30cm
Zurück am Campingplatz grasten ein paar Kängurus im Picnic-Area. Später beobachtete ich sogar wie zwei Kängurus einen Boxkampf hatten.
Cairns
In Cairns angekommen, habe ich mir erstmal die Esplanade angesehen. Anscheinend haben die meisten Strände entlang des Great Barrier Reefs ein kleines Wattenmeer, denn bei Flut zieht sich das Wasser ziemlich weit zurück. Die Lösung hier: Bauen wir einen Pool. Am Strand.
Crystal Cascades
Der Barista eines mobilen Raststätten-Kaffee-Trucks (der leider keine Kartenzahlung akzeptierte und mir trotzdem für meine $2.85 einen Mocha gemacht hat - cooler Kerl) hat mir empfohlen, mir die Crystal Cascades anzusehen. Dieser “Gebirgsbach” - sofern man hier von Gebirge reden kann - kommt vom Frischwasserstausee, der Cairns mit Frischwasser versorgt. Ein kurzer planierter Weg führt am Fluss und seinen vielen Gumpen (engl.: rock pools) entlang.

Ich hatte noch einen ganzen Tag totzuschlagen, also habe ich mir mein Kindle genommen und mich an den Fluss gesetzt bis die Sonne über die Gipfel stieg und es warm genug zum Baden war.
Eine Gruppe Leute die hier “Canyoning” betrieben. Ziemlich langweilige Stelle für Canyoning wenn man mich fragt.
## Great Barrier Reef und die Mords’ Kotzerei
Nur’n paar Turbulenzen. Hey Commander, Sie fliegen wohl nicht so gerne was? Ach das ist doch gar nichts, da hätten sie mal vor 5 oder 6 Monaten dabei sein sollen. Huuiiii, das war vielleicht ne mords Kotzerei! Wir sind in einem Hagelsturm über dem japanischen Meer geflogen. Da haben sich alle die Eingeweide rausgekotzt! Der Pilot hat sein Lunch über die Cockpitscheibe gespritzt und ich über das Funkgerät. Das war total im Eimer. Ist ja auch keine milde Brühe gewesen die da rauskam, das war so richtig brockige Kotze…
- Hubschrauberpilot, Jagd auf Roter Oktober
Der Captain ist zwar nicht Seekrank geworden, aber dafür ca. 50% der Passagiere. Ich selbst selbstverständlich nicht. Ich stand am Sonnendeck und habe mich überlegen in Schadenfreude der Sonne gesonnt. Einen der Passagiere hat es besonders schlimm erwischt. Der Arme hatte einen Kreislaufzusammenbruch und lag die ganze Fahrt über flach. Als wir dann nach etwa anderthalb Stunden am Riff ankamen, entschied die Crew umzukehren, weil der Mann anscheinend Krankenhausreif war (Als wir wieder zurück im Hafen waren war der Kerl, aber wieder fit genug um selbst von Bord zu gehen…). Als Entschädigung haben sie uns immerhin kostenlos Bier und Früchte gegeben und uns die Möglichkeit gegeben den Trip zu wiederholen, oder unser Geld zurück zu bekommen. Ich bin am nächsten Tag einfach nochmal mitgefahren. Es wurde wieder das halbe Schiff Seekrank, aber ohne einen so schlimmen Zwischenfall wie beim ersten Mal; auch wenn einer nur 5 Minuten ins Wasser konnte, weil es ihm so schlecht ging.
Alle Bilder sind von der 2ten Fahrt.


An Bord lernte ich die Französin Selma kennen. Hier sind wir in unseren Stinger-Suits und warten darauf, dass die Taucher im Wasser sind, damit wir mit unserem Schnorchelzeug ins Wasser können.
Leider ist aus der Begegnung nach der Rückkehr nichts weiter geworden. Dabei war sie doch auch Informatikstudentin (was vergleichbar mit dem Finden eines Einhorns ist). Damn it….
Das Heck des Schiffes. Hier sieht man die ganzen Sauerstoffflaschen und all die andere Taucherausrüstung. Ich muss sagen, Tauchen (mit Sauerstoffflasche und allem) ist ziemlich cool, aber auch ziemlich scary. Es ist nicht unbedingt schwierig, aber ich kann verstehen warum Leute sehr leicht Panikanfälle bekommen während sie tauchen. Man muss sich sehr konzentrieren um alles unter Kontrolle zu halten und sich nicht das Mundstück aus dem Mund zu reißen, weil man eine unvorsichtige Arm-, oder zu schnelle Kopfbewegung macht.
Die 2te Schnorchelstelle nachdem wir (fast) alle wieder an Bord waren. Ich und Selma haben auf der Insel eine Sandburg gebaut! Naja, “Sandburg”, denn die Insel bestand mehr aus Muschel-, Korallen- und Steingranulat.
# Das Ende des Roadtrips
Ich bin ziemlich weit gekommen… Der Kilometerzähler sagt ca. 4500km
Heute habe ich nun das Auto ausgeräumt, Alles, das ging, in meinen Koffer gestopft und das Auto zurückgegeben. Hoffentlich merken sie nicht, dass ich das Ding über Schotterstraßen und Schlaglöcher gefahren habe…
Jetzt geht es noch für 5 Tage nach Melbourne und dann komme ich schon wieder nach Hause. Irgendwo bin ich froh, dass ich jetzt wieder unter Menschen komme, aber die Unabhängigkeit, die man mit einem solchen Vehikel hat, werde ich vermissen. So einsam ich mich manchmal auch fühlte, die Leute, die ich unterwegs traf, vermochten es stets mich wieder froh und munter zu machen.
Ich geh jetzt einchecken..
