Nachdem ich den letzten Post in Newcastle geschrieben hatte, bin ich noch am selben Tag nach Norden aufgebrochen. Mein ziel war Hawks Nest nördlich von der Bucht Nelson Bay. Kurz vor dem Ziel blieb ich an einem Rastplatz stehen und blieb dort für die Nacht.
Nelson Bay
Ich weiß meistens erst am Vortag, was ich eigentlich an dem Tag unternehme. An diesem Tag wollte ich wissen was es in Hawks Nest so gibt. Vorneweg: es ist in der Tat ein sprichwörtliches Nest. Allerdings gibt es auch in einem Nest interessante Leute. Hier habe ich zum Beispiel eine Gruppe Australier am Strand getroffen, die dort auf der Jagd nach Haien waren. Das sagten sie zumindest, aber alles das sie taten war Bier trinken und Gras rauchen. Einer von ihnen kam sogar von Tasmanien. Er erzählte mir, dass es auf der anderen Seite der Bucht einen guten Platz zum Wale beobachten gibt, aber dafür hätte ich für zwei Stunden um die Bucht herum zurück fahren müssen, also hab ich das nicht gemacht und bin stattdessen weiter nach Crescent Head gefahren, wo ich es auf wundersame Weise zu einem Campingplatz geschafft, dessen Zubringerstraße mehr Schlaglöcher hatte, als der Mond. Das war sogar noch mein erster bezahlter Campingplatz. Hier merkte ich dann sofort, dass die Schulferien hier begonnen hatten, denn der Campingplatz war voll mit Kindern. Er war auch voll mit wilden Hunden, die die Australier Dingos nennen.
Crescent Head
Am nächsten Morgen (nachdem ich die gleiche Mondstraße wieder zurück gefahren bin) habe ich miterlebt, wie der typische australische Sonntagmorgen aussieht.
Selbstverständlich geht der gemeine Australier am Sonntagmorgen erst einmal zum Strand. Natürlich bringt er auch die Kinder mit. Je nach gemüht geht er dann direkt Surfen, oder er holt sich am Strandkiosk seiner Wahl einen Flat White (ein Cappuccino mit sehr feinem Schaum) und labert mit den anderen Australiern. Das geht dann bis ca. 11 Uhr bis sich das Ganze langsam auflöst.
# Port Macquarie
Whale Watching! Zur Zeit ist hier Walwanderung und anscheinend die größte seit 20 Jahren. Ich denke, wir haben auf 5 Buckelwale innerhalb von anderthalb Stunden gesehen.
Wal, da bläst er!


Wenn Wale gut drauf sind, Parasiten von sich lösen wollen, oder Weibchen beeindrucken wollen, springen sie auf ihre majestätische Weise aus dem Wasser.
Manchmal schlagen sie auch mit der Schwanzflosse ins Wasser, was anscheinend der Langstreckenkommunikation dient.
Der Pier von Port Macquarie wurde liebevoll von vielen Urlaubern und Pärchen mit Nachrichten versehen.
Das Backpackerpärchen, das mit dem ich am Vorabend meine letzten Schlucke Cognac und Bier geteilt habe, hatte mir erzählt, dass es in Port Macquarie ein Krankenhaus für verunglückte Koalas gibt. Hier sah ich zum ersten Mal einen lebendigen Koala und, oh mein Gott, sind die niedlich! Sind zwar so faul wie Faultiere, aber viel niedlicher und flauschiger!
Guy Fawkes National Park
Anscheinend macht Australien alles zu einem Nationalpark, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Wenn man auf die Landkarte sieht, bemerkt man schnell, dass ein Großteil der Ostküste von vielen kleinen Nationalparks bedeckt wird. Meiner bisherigen Erfahrung nach beinhaltet allerdings nicht jeder davon etwas wirklich Sehenswertes. Auch sind die Nationalparks nicht so gut gepflegt, wie zum Beispiel in den USA. In diesem Fall hat mich glaube ich nur Google-Maps ordentlich in die Wildnis geschickt, oder vielmehr auf direktem Wege zu einer Cattle-Station. Ich, dreist wie ich bin, fahre natürlich erstmal direkt auf das Gelände und suche nach der Straße, aber wie mir die Leute dort dann offenbarten, musste ich erst einmal die halbe Strecke zurückfahren und eine superschlechte Waldstraße nehmen, um auf zum Nationalpark zu gelangen. Die Straße war keine Mondlandschaft, wie die letzte, aber dennoch nicht besonders angenehm für das Auto. Erst auf dem Rückweg bemerkte ich dann, dass ich das vermeiden hätte können, hätte ich nur eine andere Route genommen.

Für die Aussicht hat es sich allerdings gelohnt.
Nach meiner Wanderung habe ich mir dann erstmal ein Lagerfeuer und Pfannkuchen gemacht.
Bellingen
Bellingen habe ich nur zufällig entdeckt. Auf dem Weg vom Guy Fawkes Nationalpark nach Emerald Beach kam ich zufällig durch Bellingen und man sah sofort, dass diese kleine Stadt (~2600 Einwohner) etwas besonderes war. Man spürte richtig, wie belebt und lebendig die Stadt war. Ein weiterer Indikator für die kulturelle Qualität der Stadt ist auch das Bello Winter Music Festival wo Künstler aus aller Welt Country, Folk, Rock und Soul Aufführungen geben.

Ein Mann aus Guatemala, der in dem Dorf lebt, hat einen kleinen Stand neben einem Händler wo er Gewürzschokolade und Kaffee (und beides kombiniert) verkauft. Ich habe mir einen Mocha mit Chili-Kardamom-Schokolade gegönnt und ich muss sagen, das war ziemlich geil.
Emerald Beach
In Emerald Beach leben einige Kängurus direkt am Strand. Der Ort ist
auch ein kleiner Geheimtipp von dem Backpackerpärchen.



Ein Känguru kratzt sich.





Babykänguru! Die Australier nennen sie Joeys
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